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Kontakt

Kunststiftung Heinrich Stegemann

Stifter: Dr. Burchard Bösche     Annegret Moderegger

Der Stifter Dr. Burchard Bösche ist 2019 verstorben.

Stiftungsvorstand: Annegret Moderegger (Vors.), Frank v. Vigelius (stellv. Vors.) Matthias Kuhlmann (Revisor)

Stiftungssitz: 22527 Hamburg, Basselweg 43

Tel. 040 5404135
E-Mail: Anne.Moderegger(at)hamburg.de

 

Name der Stiftung

Die Stifter Annegret Moderegger und Burchard Bösche haben der Stiftung den Namen Heinrich Stegemanns gegeben, um einen Künstler zu ehren, der in finsterer Zeit für Demokratie und Humanismus gestanden hat und dessen Werk zu einem großen Teil im Bombenhagel des Zweiten Weltkrieges vernichtet worden ist. (Stiftungssatzung)

 

Heinrich Stegemann

Heinrich Stegemann wurde am 15. September 1888 in Stellingen geboren. Er absolvierte eine Anstreicherlehre. Abends Besuch der Kunstgewerbeschule Altona. 1909-1913 Besuch der Akademie Weimar, Reisen nach Schweden (1912), Italien (1914). Im Ersten Weltkrieg an der Westfront (Infanterie Regiment Bremen). Ab 1918 freischaffend in Hamburg. 1922 Besuch bei Lionel Feininger in Weimar. Studienreisen nach Italien, Afrika (1924, 1929), Österreich, Frankreich (1928) Holland (1927, 1938), England (1930), Belgien, Dänemark, Schweiz.

Freundschaft mit dem Stellinger Orgelbauer und Schriftsteller Hans Henny Jahnn.

1934 – 1937 Repressalien durch das NS-Regieme, 1936 Schließung der von Stegemann organisierten freien Hamburger Kunstausstellung "Malerei und Plastik in Deutschland 1936". 43 seiner Arbeiten wurden in Museen als "entartet" beschlagnahmt und 3 Arbeiten in der Münchener Ausstellung "Entartete Kunst" gezeigt.

1939 Besuch bei Ernst Barlach in Güstrow. 1943 Wohnung und Atelier mit einem großen Teil seines Lebenswerks verbrennen im Bombenhagel.

Am 2. September 1945 an einem Krebsleiden in Hamburg gestorben. Sein Grab ist auf dem Stellinger Friedhof im Eingangsbereich neben dem Büro.

 

Stiftungszweck

Ausschließlicher und unmittelbarer Zweck der Stiftung ist die Förderung kultureller Zwecke. Die Stiftung fördert das künstlerische Schaffen auf dem Gebiet der bildenden und darstellenden Künste, vorrangig im öffentlichen Raum.

Der Stiftungszweck wird insbesondere verwirklicht durch die Förderung der Realisierung und der Erhaltung von Kunstwerken und die Förderung des Kunstunterrichts und der Information über Kunstwerke, vor allem durch

  • Finanzierung von Kunstwerken im öffentlichen Raum, beispielsweise Kunst am Bau
  • Durchführung von Kunstausstellungen
  • Durchführung von öffentlichen Veranstaltungen der darstellenden Künste,
  • Durchführung von künstlerischen Lehrgängen und vergleichbaren Bildungsveranstaltungen, insbesondere für Nachwuchskünstler und Schulkinder,
  • Erstellung von Materialien für den Kunstunterricht und die Präsentation von Kunstwerken.

Die Stiftung verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke im Sinne des Abschnitts "Steuerbegünstigte Zwecke" der Abgabenordnung.

Die verfügbaren Finanzmittel erlauben es nicht, Stipendien zu vergeben.


Finanzen

Die Stiftung verfügt über ein Stiftungskapital von € 405.000.

Anerkennung der Stiftung und Gemeinnützigkeit
Die Stiftung wurde am 17. Dezember 2007 errichtet und am gleichen Tage von der Justizbehörde der Freien und Hansestadt Hamburg anerkannt. Mit Bescheinigung vom 21. April 2009 des Finanzamts Hamburg-Nord wurde anerkannt, dass die Stiftung „nach der eingereichten Satzung ausschließlich und unmittelbar steuerbegünstigten gemeinnützigen Zwecken“ dient.

 

Geförderte Projekte

32. Restaurierung des Kriegerdenkmals in Martfeld/Loge (2019)
Dem Verfall fast schon preisgegeben, ist es Bürgern des niedersächsischen Ortes und dem Martfelder Heimat- und Verschönerungsverein gelungen, das Kriegerdenkmal für die Gefallenen des ersten und zweiten Weltkrieges restaurieren zu lassen und damit als "Mahnmal" gegen den Krieg und für seine Opfer für die Nachwelt zu erhalten. Im Rahmen ihrer Tätigkeit zur Erhaltung von Kunstwerken im öffentlichen Raum hat die Kunststiftung die Restaurierung finanziell gefördert.

31. Barockoper "Jason, oder die Eroberung des goldenen Vlieses" von Georg Kaspar Schürmann (2019)
Liebe und Lebensgefahr, Zauber und Komik, Mystik und göttliche Einmischung, alles von dem Komponisten Georg Caspar Schürmann musikalisch untermalt. Dieses originelle Werk war allein in den Jahren 1720 bis 1722 in der Gänsemarktoper Hamburg 31mal aufgeführt worden, bis es für lange Zeit verschwand. Im Rahmen ihres Projektes "Gänsemarktoper" ist es der Dirigentin und Leiterin des Barockensembles barockwerk hamburg, Ira Hochman, gelungen, die vergessene Oper wieder ans Tageslicht zu befördern. Das Schicksal dieser Oper beschreibt sie als nicht weniger abenteuerlich als den griechischen Mythos selbst. Einem anderen Komponisten zugeordnet und als "Pasticcio" (Flickwerk) abgestempelt, lag die handschriftliche Partitur des Jason seit etwa 300 Jahren unbeachtet in der Staatsbibliothek zu Berlin. Die Oper wurde am 20. Und 21. März 2019 im Lichthof der Staatsbibliothek Hamburg aufgeführt. Die Kunststiftung hat sich an der Finanzierung der Aufführung beteiligt.

30. "Die besten gehen ins Exil" (2018)
Im Rahmen der von der Körber-Stiftung initiierten Reihe "Tage des Exils" führte das Vokalensemble Salomo am 12.November 2018 unter der Leitung von Ira Hochman Werke über die Gründe einer Flucht auf: Musik von Menschen, die die Flucht überlebten und anderen, die es nicht schafften. Musik über den Krieg und die Hoffnung auf Vernunft und Frieden. Es handelte sich u.a. um Werke von Paul Dessau, Hanns Eisler und Felicitas Kukuck. Mit der Moderation wurden sie in den historischen und aktuellen Kontext gestellt. Das Konzert fand im Musiksaal des Hamburger DGB-Hauses am Besenbinderhof statt. Die Kunststiftung hat die Aufführung finanziell gefördert.

29. 1848 - ein vielstimmiges Revolutionskonzert (2018)
Die Idee zu diesem Konzert stammte von dem Stifter Dr. Bösche. Umgesetzt wurde es von der Musikerin Cat Lustig, die dafür eigens einen Projektchor gründete. Das Konzert präsentierte einen breiten Fächer von Liedern, u.a. von Komponisten wie Schubert, Haydn, Schumann, Johann Strauss oder Albert Lortzing, die im Zusammenhang mit der bürgerlichen Revolution von 1848 entstanden sind. Weil die Liedtexte im historischen Kontext verstanden werden müssen, wurden sie von Schilderungen der damaligen politischen und gesellschaftlichen Zustände und historischen Texten eingerahmt. Das Konzert fand am 20. Oktober 2018 im frisch restaurierten großen Musiksaal des DGB-Hauses am Besenbinderhof statt. Der Andrang zu dem Konzert war so groß, dass eine Vielzahl von Besuchern abgewiesen werden musste, da das Konzert sehr schnell komplett ausverkauft war. Die Kunststiftung hat diese Aufführung als Initiator zu einem großen Teil finanziert.

28. Barockoper "Polydorus" von Carl-Heinrich Graun (2018)
Die deutschen Opern Grauns sind in Vergessenheit geraten. "Polydorus" war sogar schon zu Lebzeiten des Komponisten so gut wie unbekannt. Es ist Ira Hochman und barockwerk hamburg zu verdanken, dass diese Oper im März 2018 im Lichthof der Hamburger Staatsbibliothek eine Erstwiederaufführung erleben durfte. Graun war nicht nur Komponist, sondern auch ein exzellenter hoher Tenor. Er komponierte zahlreiche Kantaten und Opernpartien für die eigene Stimme, so auch die des Deiphilus in der Oper "Polydorus". Das Libretto stammt von Johann Samuel Müller, der später Rektor des Johanneums in Hamburg wurde. Die Kunststiftung hat sich an der Finanzierung der Aufführung beteiligt.

27. 250. Todestag Georg Philipp Telemann (2017)
Das Programm dieses von barockwerk hamburg am 23. Juni 2017 gegebenen Konzerts vereinigte vier Werke Telemanns aus den ersten Jahren seiner um 1740 einsetzenden persönlichen und künstlerischen Neuorientierung. Dazu gehörten die kirchliche und die weltliche Einweihungsmusik für das Christianeum in Altona am 26. Mai 1744. Die drei 1744 und 1745 entstandenen Hauptwerke des Konzertabends am 23. Juni 2017 im Lichthof der Staatsbibliothek waren in der Kernstadt Hamburg (ohne die erst 1937 eingemeindeten Städte Altona, Harburg und Wandsbek) noch nie zu hören gewesen. Sie erfuhren somit an diesem Tag gewissermaßen ihre Hamburger Erstaufführung. Die Kunststiftung hat das Konzert finanziell unterstützt.

26. Robert-Kahn-Konzert, Tage des Exils (2017)
Im Rahmen der Tage des Exils 2017 realisierte Cat Lustig in der Flottbeker Kirche ein Porträtkonzert über Robert Kahn, den vergessenen Komponisten. Kahn war jüdischer Abstammung und wurde 1938 von den Nationalsozialisten nach England ins Exil getrieben. Das Konzertprojekt wurde bereits 2013 von Cat Lustig, freiberufliche Musikerin, ins Leben gerufen, nachdem sie erste Spuren des Komponisten in der Uckermark entdeckte hatte. Das Programm umfasste Lieder, Chorstücke, Klavierstücke und Texte, die ein facettenreiches Bild des Künstlers zeichneten. Die Stiftung hat sich an der Finanzierung beteiligt.

25. Bronzerelief für Barthold Heinrich Brockes (1680-1748) (2016)
Barthold Heinrich Brockes war Hamburger Ratsherr, Journalist und Dichter. Er gilt als Begründer der deutschen Naturlyrik. Darstellungen aus seinem Garten haben in seinen Werken eine große Rolle gespielt. Dieser Garten befand sich am Besenbinderhof, wo heute das Gewerkschaftshaus steht. Die Bildhauerin Dagmar Bremer hat auf Initiative der Stiftung ein Bronzerelief geschaffen, das den Kopf von Brockes darstellt und auf den Garten verweist. Das Relief wurde am Gewerkschaftshaus angebracht und am 26.11.2016 enthüllt. Aus diesem Anlass führte die Stiftung eine Veranstaltung zu Ehren des Dichters mit Prof. Dr. Jan Philipp Reemtsma, Dr. Jürgen Rathje und Prof. Dr. Franklin Kopitzsch und einem musikalischen Programm von barockwerk hamburg (Vertonungen von Brockes-Gedichten von Händel, Bachofen und Stölzel) durch. Die Kunststiftung Heinrich Stegemann hat die Herstellung des Reliefs und die Einweihungsveranstaltung im Wesentlichen finanziert.

24. Ausstellung "Malerei und Plastik in Deutschland 1936" (2016)
1936 fand in Hamburg die letzte freie Kunstausstellung während der NS-Zeit statt, die Jahresausstellung des Deutschen Künstlerbundes unter dem Titel: "Malerei und Plastik in Deutschland 1936". Sie wurde im Haus des Hamburger Kunstvereins organisiert von Heinrich Stegemann. Es war eine repräsentative Ausstellung mit 270 Werken von 175 Künstlern. Wegen der zeitlichen Nähe zu den Olympischen Spielen hofften die Initiatoren auf künstlerischen Freiraum, was sich jedoch als Irrtum herausstellte. Nach 11 Tagen wurde die Ausstellung von den Nazis geschlossen, der Deutsche Künstlerbund aufgelöst, dem Hamburger Kunstverein sein Haus entzogen und Stegemann mit einem Verfahren überzogen, das mit einem Berufsverbot hätte enden können. Die Stiftung hat gemeinsam mit der Staats- und Universitätsbibliothek eine Ausstellung zur Erinnerung an diese Ausstellung realisiert, auf der über 40 Originalwerke von Künstlern gezeigt werden konnten, die an der Ausstellung von 1936 beteiligt waren. Die Ausstellung fand statt vom 8. Juli bis 28. August 2016 im Ausstellungsraum der Bibliothek. Die Kunststiftung hat wesentlich zur Finanzierung der Ausstellung beigetragen.
Für die Ausstellung wurde ein Katalog erstellt, der einen vollständigen Nachdruck des Ausstellungskataloges von 1936 enthält, zusätzlich Texte, die das damalige Geschehen beleuchten. Auch eine Auswahl der in der Ausstellung von 2016 ausgestellten Bilder ist enthalten, Texte, die das damalige Geschehen beleuchten und eine Liste der von Beschlagnahmungen betroffenen Künstler. Der Katalog ist im Buchhandel erhältlich.
Die in Hamburg erarbeitete Ausstellung wurde anschließend im Zentrum für verfolgte Künste in Solingen gezeigt, wie in Hamburg ergänzt durch Originalwerke aus den Sammlungen Maike Bruhns und Gerhard Schneider. Die Stiftung hat dafür die Tafeln und die Kataloge der Hamburger Ausstellung zur Verfügung gestellt.

23. Textbuch "Der kühnen Bahn nun folgen wir" (2016)
Im 19. und auch noch im 20. Jahrhundert gab es die Übung, am Todestag von Ferdinand Lassalle, dem Begründer der deutschen Sozialdemokratie, Totenfeiern für Lassalle zu veranstalten. Die erste Totenfeier fand 1864 in Hamburg statt. Dabei wurden Gedichte und Lieder vorgetragen, u.a. Jakob Audorfs "Arbeitermarseillaise", die anlässlich Lassalles Tod geschrieben wurde. 2004 wurde von der SPD Hamburg-Eimsbüttel erneut eine "Totenfeier für Lassalle" veranstaltet, und zwar in Form eines literarischen Bilderbogens mit Musik. Es wurden Originaltexte von Lassalle, programmatische Aussagen und historische Darstellungen von Dr. Heinrich Laufenberg teilweise in Form eines Rollenspiels und Lieder vorgetragen, eben auch die Arbeitermarseillaise. Die Stiftung hat die vorgetragenen Texte als Textbuch herausgegeben, um die Textvorlage vor dem Verschwinden zu bewahren und es somit möglich zu machen, dass die Aufführung - auch andernorts - wiederholt werden kann.

22. Barockoper "Die getreue Alceste" von Georg C. Schürmann (2016)
Das Ensemble barockwerk hamburg ist spezialisiert auf alte Musik, die eine Beziehung zur Gänsemarkt-Oper hat, des ersten bürgerlichen Opernhauses in Deutschland. Mit der Oper "Die getreue Alceste" von Georg Caspar Schürmann hat barockwerk sich erneut einem in Vergessenheit geratenen Werk der Hamburger Musikgeschichte gewidmet. In den Jahren 1719 bis 1722 wurde die "getreue Alceste" nicht weniger als 40mal aufgeführt. Es sollte fast 300 Jahre dauern, bis die Oper wieder erklingen durfte. Einzig die Version der Hamburger Gänsemarktoper ist bis heute als handschriftliche Partitur erhalten geblieben. Die Stegemann-Stiftung war an der Finanzierung der im März 2016 durchgeführten Opernaufführung beteiligt.

21. Wandbild "Frauen in der Fischindustrie", Frauen-Freiluft-Galerie (2015)
Die Malerin Hildegund Schuster hat mit Unterstützung der Gewerkschaft Nahrung Genuss Gaststätten im Rahmen der Frauen-Freiluftgalerie am Hafenrand ein großes Wandbild geschaffen, das Arbeiterinnen in der Fischindustrie ein Denkmal setzt. Die Stiftung hat sich an der Finanzierung beteiligt.


20. Wandbild an der Universität "Jüdisches Leben am Grindel" (2015)
Das vor gut zwei Jahrzehnten geschaffene Wandbild war stark restaurierungsbedürftig. Die Restaurierungsarbeiten wurden von den Künstlern unternommen, die einst das Bild geschaffen hatten. Die Kunststiftung hat sich an der Finanzierung beteiligt.

19. Ausstellung Heinrich Stegemann, "Bilder vom Krieg" (2015)
Heinrich Stegemann, Namenspatron unserer Kunststiftung, wurde im Ersten Weltkrieg, eben zurückgekehrt von einer Studienreise nach Italien, an der Westfront eingesetzt. Die Fronterlebnisse gehörten zu den bittersten seines Lebens. Sie haben sein Werk bis zu seinem Tode 1945 geprägt. Die Kunststiftung hat zusammen mit der Toepfer-Stiftung in deren Galerie im Georgshof vom 28. Oktober bis 17. Dezember 2015 eine Ausstellung mit Werken Heinrich Stegemanns zum Thema Krieg durchgeführt, die den Bogen vom Ersten bis zur Zerstörung Hamburgs im Zweiten Weltkrieg spannte. Gezeigt wurden u.a. Lithografien aus der Sammlung Maike Bruhns, die Kriegssituationen in ihrem Schrecken für Menschen und Tiere darstellen. Ein weiterer Schwerpunkt waren Zeichnungen des zerstörten Hamburg nach dem Feuersturm aus den Beständen des Museums für Hamburgische Geschichte und mehrere Gemälde zum Kriegsthema aus dem Stegemann-Nachlass im Museumsberg-Museum in Flensburg. Mit der Ausstellung wurde des siebzigsten Todestages von Stegemann gedacht.
Die Ausstellung "Bilder vom Krieg" wurde begleitet durch einen Katalog, in dem nahezu alle gezeigten Bilder abgebildet sind, auch der "Totentanz" von 1945, eines der letzten Werke vor Stegemanns Tod im September 1945. Der Katalog ist im Buchhandel erhältlich.

18. Wandbild an der Carl-Cohn-Schule (2015)
Die Schule Carl Cohn-Straße wurde in Carl-Cohn-Schule umbenannt. Carl Cohn war ein jüdischer Kaufmann und erfolgreicher Finanzsenator der Stadt Hamburg. Er wurde von den Nazis verfolgt, außer Landes getrieben und enteignet. Hildegund Schuster hat anlässlich der Namengebung ein Wandbild für die Schule geschaffen, an dessen Finanzierung sich die Stiftung beteiligt hat.

17. Wandbild an der Verbraucherzentrale Hamburg zu den Sülzeunruhen 1919 (2015)
Im Juni 1919 kam es in Hamburg zu Unruhen, als bekannt wurde, dass der Unternehmer Heil verdorbenes Fleisch und verschimmelte Häute, man sprach auch von Hunden, Katzen und Ratten, zu Sülze verarbeitet hatte, die ohne Lebensmittelmarken gekauft werden konnte. In den Unruhen kamen 80 Personen ums Leben. Hamburg wurde militärisch besetzt und unter Kriegsrecht gestellt. Das Wandbild an der Hamburger Verbraucherzentrale wurde von Hildegund Schuster gemalt und von der Stiftung finanziert.



16. Archiv Maike Bruhns (2015)

Die Kunsthistorikerin Dr. Maike Bruhns hat eine der größten Sammlungen von Bildern zusammengetragen, die von Künstlerinnen und Künstlern stammen, die in der NS Zeit verfemt waren, sei es aus rassischen, politischen oder aus Gründen ihrer Malweise („entartete Kunst“). Dabei ist ein umfangreiches Archiv zu dieser Thematik entstanden, das Maike Bruhns nun der Universität Hamburg übergeben hat. Wir beteiligen uns finanziell an den Arbeiten zur Pflege und Sicherung des Archivs, das sich im Warburg-Haus befindet.

 

15. barockwerk hamburg, Aufführung zweier Singspiele (2015)

Georg Philipp Telemann "Don Quichotte auf der Hochzeit des Comacho" und Johann Adam Hiller "Lisuart und Dariolette - oder die Frage und die Antwort". Zwei Hamburger Singspiele am 11. und 12.03.2015, Lichthof im Altbau der Staats- und Universitätsbibliothek Carl von Ossietzky. Finanziell gefördert durch die Stiftung.

14. Wandbild am Hamburger Gewerkschaftshaus (Repsoldstraße) zum Streik bei Lauenstein (2014)

Das Wandbild erinnert an den großen, neunwöchigen Streik der Beschäftigten der in der Nachbarschaft gelegenen Lauensteinschen Waggonfabrik von 1869. Die Firma war eines der wichtigsten Metallunternehmen in Deutschland und beschäftigte 1.500 Arbeiter. Nachdem der Direktor einen streikenden Arbeiter erschossen hatte, nahm die Auseinandersetzung die Züge eines Aufstandes an, bei dem die Fabrik und ein Wirtshaus, in dem Streikbrecher vermittelt wurden, fast völlig zerstört wurden.


13. Wandbild in der kleinen Rainstraße in Ottensen für Genossenschaftspioniere (2014)

Das von Hildegund Schuster geschaffene Wandbild setzt Adolph von Elm, Helma Steinbach und Raphael Ernst May, den Genossenschaftspionieren und Gründern des Hamburger Konsum-, Bau- und Sparvereins „Produktion“ ein Denkmal. Die Stiftung hat das Bild initiiert und finanziert.


12. "Festmusik für die Stadt Altona" von Georg Philipp Telemann (2014)

Erste Wiederaufführung seit 1760 im Rahmen der Feierlichkeiten zum 350. Jubiläum der Altonaer Stadtrechte in der ev. Hauptkirche St. Trinitatis Altona. Finanzielle Förderung durch die Stiftung. Auf Initiative und Kosten der Stiftung wurde die verantwortliche Archivarin Frau Nune Shahumyan von der Nationalakademie der Wissenschaften in Jerewan (Armenien) zu der Wiederaufführung eingeladen. In diesem Archiv war die Notenhandschrift von Telemann als „Beutekunst“ eingelagert und gesichert.

11. Wandbild im Gemeindesaal der Kreuzkirche in Stellingen für die Märtyrer von Lübeck (2013)
Hildegund Schuster hat ein Bild gemalt, das an die Märtyrer von Lübeck erinnert, drei katholische Kapläne und ein evangelischer Pastor, die auf der Grundlage der Texte des Bischofs von Galen aus Münster über die Verbrechen der Nationalsozialisten berichtet hatten und dafür mit dem Tod durch das Fallbeil bestraft wurden. Die Hinrichtung erfolgte in Hamburg. Gleichzeitig wird an die Opfer des Bombenkrieges in Stellingen erinnert und an das namenlose Leid der Tiere im bombardierten Hagenbecks Tierpark. Die Stiftung hat das Projekt mit diskutiert und es finanziert.

10. Erinnerungen von Esther Bejarano (2013)
Förderung der Herausgabe der deutschen Übersetzung Oktober 2013. Esther Bejarano war Mitglied des Mädchenorchesters in Auschwitz. Mit viel Glück entkam sie der Mordmaschine und konnte auf dem Todesmarsch aus dem KZ Ravensbrück flüchten und von Amerikanern und Sowjets besetztes Gebiet erreichen. Sie beschreibt ihre Auswanderung nach Israel und die spätere Rückkehr nach Deutschland, wo sie in Hamburg lebt.
Bild Esther Bejarano: Erinnerungen

9. Der verlorene und wiedergefundene Amor sowie verlorene und wiedergefundene Werke von J. Mattheson und G. Ph. Telemann (2013)
- Förderung der Auffürung durch Barockwerk Hamburg

J. Mattheson
Oratorio „Christi Wunder-Wercke bey den Schwachgläubigen“
Hochzeitsserenata „Der verlorene und wiedergefundene Amor“

G. Ph. Telemann
Lateinische Vokalquartette für das Altonaer Christianeum

25. und 26.03.2013, Lichthof im Altbau der Staats- und Universitätsbibliothek Carl von Ossietzky,

8. „Nachtmahre und Ruinenengel“ – Hamburger Kunst 1920 bis 1950, Förderung der Ausstellung von Bildern aus der Sammlung Maike Bruhns im Kunsthaus Hamburg (2013)
Über 1800 Werke hat Maike Bruhns in den rund 30 Jahren ihrer Forschungstätigkeit zur Kunst in Hamburg zwischen 1920 und 1950 gesammelt, darunter so prominente Namen wie Anita Rée, Alma del Banco, Eduard Bargheer, Ernst Barlach, Fritz Flinte, Karl Kluth, Rolf Nesch, Elfriede Lohse-Wächter, Gretchen Wohlwill und Heinrich Stegemann.
Aus ihrer einzigartigen Dokumentation künstlerischen Schaffens in Hamburg wurden für die Ausstellung „Nachtmahre und Ruinenengel“ qualitativ hochwertige und historisch bedeutsame Werke von 83 Künstlerinnen und Künstlern ausgewählt. Die Schau beginnt zeitlich noch vor der Zeit der Diffamierung durch die Nazis und geht auch über sie hinaus. Dadurch gelingt es ihr, nicht nur die NS-Zeit in den Blick zu nehmen, sondern die gesamte Bandbreite der Hamburger Kunst nach dem Ersten Weltkrieg vorzustellen – mitsamt den historischen Verwerfungen von Verfemung und Verfolgung, aber auch der Verarbeitung dessen nach 1945.

 

7. Heinrich Stegemann: Ein Mahner gegen den Krieg (2012)
Hamburg: Kreuzkirche Stellingen. Werke des Stellinger Malers werden in der Kreuzkirche gezeigt

Er war ein Mahner vor den Schrecken des Krieges. Er verarbeitete in seinen Werken die Erlebnisse als Soldat im Ersten Weltkrieg und wurde dadurch zum Mahner vor dem drohenden Krieg. 1936 wurde seine Ausstellung „Malerei und Plastik in Deutschland“ nach nur elf Tagen von den Nazis geschlossen. Neun Jahre später starb er im Alter von 56 Jahren an Krebs.

Ab Sonntag, 6. Mai 2012 werden einige seiner Werke in der Kreuzkirche, Wördemannsweg 41, ausgestellt. Sie zeigen die traumatischen Erinnerungen des Künstlers an Grabenkämpfe, zerstörte Landschaften, einschlagende Granaten und andere Kriegserlebnisse. Die Ausstellung wurde durch die Stiftung gefördert.

 

6. Förderung der Video-Aufnahmen von der Aufführung des Telemann-Oratorium zur Eröffnung der Dreifaltigkeitskirche in St. Georg (2012)
Zur Einweihung der barocken Heiligen Dreieinigkeitskirche am 26. Oktober 1747 schrieb und leitete der Hamburger Kantor und Musikdirektor Georg Philipp Telemann (1681-1767) das Oratorium "Heilig, heilig, heilig ist Gott". Am Sonnabend, dem 26. November 2011, wurde das Oratorium wieder aufgeführt. Es musizierten u.a. die Junge Kantorei St. Georg, der Hugo Distler-Chor und das Orchester St. Georg auf alten Instrumenten. Die Einstudierung des Oratoriums und seine Aufführung wurden auf einem Video dokumentiert

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5. 300 Jahre Brockes Passion (2012)
-Förderung der  Aufführung durch barockwerk Hamburg

Pasticcio aus den Vertonungen von G. F. Händel, R. Keiser, J. Mattheson und G. Ph. Telemann nach dem Text des Hamburger Ratsherren Barthold Hinrich Brockes

28. und 29.03.2012, Lichthof im Altbau der Staats- und Universitätsbibliothek Carl von Ossietzky.

 

4. Restaurierung Wandbild am Falkenriedbunker (2011)

Das vor gut 30 Jahren geschaffene Wandbild wies erhebliche Schäden auf. Im Zuge der Restaurierung wurde das Bild teilweise neu geschaffen. Aufgenommen wurde ein Bild des in Theresienstadt umgekommenen jüdischen Kaufmanns Max Mendel, der als Geschäftsführer bei der Konsumgenossenschaft ‚Produktion’ tätig war und als ehrenamtlicher Senator. Fertigstellung März 2011. Finanzieller Beitrag zur Restaurierung.

       

 

3. Katalog für die Bilderausstellung Kurt Löwengard (1895 - 1940). (2011)
Ein vergessener Hamburger Maler.

In der Reihe der Ausstellungen jüdischer Künstler in Blankenese veranstaltete der Verein zur Erforschung der Geschichte der Juden in Blankenese zusammen mit dem Arbeitskreis Kirche und Kunst eine Werkschau mit Bildern von Kurt Löwengard.
Am Sonntag, 23. Januar 2011 fand im voll besetzten Gemeindesaal neben der Blankeneser Kirche, die Eröffnung der Ausstellung „Kurt Löwengard „ Bilder aus Blankenese und von der Küste“ statt. Den Hauptvortrag hielt Dr. Maike Bruhns.

Die Kunststiftung Heinrich Stegemann hat den Druck des Ausstellungskataloges gefördert.

 

2. Internetseite des Kunstforums Jörk Kalkreuter (2010)
Die Galerie steht in kooperativer Verbindung mit der Kunstschule Jörk Kalkreuter. Betreiber der Galerie ist die Gemeinschaft der ausstellenden Künstler/innen. Die Galerie besteht aus 23 Künstler/innen, die in unterschiedlichen Zeitintervallen ihre Arbeiten zeigen

Programm: Kunst der Gegenwart, Malerei, Druckgrafik, Skulptur, Zeichnung, Photographie.

Die Kunststiftung Heinrich Stegemann hat sich an den Kosten der Internetseite beteiligt.

 

1. Wandbild Helmuth-Hübener-Gang/Ecke Kirchenweg, 20099 Hamburg (2010)
Das Wandbild der Malerin Hildegund Schuster, die u.a. durch ihre Bilder von Frauen aus dem Hamburger Hafen bekannt geworden ist, erinnert an Helmuth Hübener, der zusammen mit zwei Mitstreitern im Krieg Nachrichten von Radio London abgehört und mit Hilfe einer Schreibmaschine verbreitete hatte. Hübener wurde dafür vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt und 17jährig hingerichtet. Hübener war in der NS-Zeit der jüngste Delinquent, an dem die Todesstrafe vollzogen wurde. Das Bild füllt eine Giebel-Fläche der Heinrich-Wolgast-Schule aus. Fertigstellung November 2010.

Idee und Finanzierung Kunststiftung Heinrich Stegemann.




Projekte, die von den Stiftern vor der Gründung der Stiftung gefördert wurden


1. Wandbild zum ehemaligen jüdischen Friedhof in Ottensen (1997)
Das von Hildegund Schuster geschaffene Wandbild im Erdgeschoss der Giebelfläche des Wohnhauses Kleine Rainstraße 21 thematisiert die Auseinandersetzungen um die Reste des jüdischen Friedhofs auf dem Gelände des heutigen Mercado in Ottensen und um deren Sicherung vor den weiteren Zerstörungen durch den zunächst geplanten Bau einer Tiefgarage, die bis zur Besetzung der Baustelle eskalierten. Der Konflikt wurde durch einen Schiedsspruch des Rabbi von Jerusalem gelöst, nachdem auf den Bau der Tiefgarage verzichtet und diese durch eine Hochgarage ersetzt wurde. Das Erdgeschoss-Wandbild wurde im September 1997 fertiggestellt.

 

2. Mahnmal für die Kinder vom Bullenhuser Damm (2001)
An die von den Nazis ermordeten 20 jüdischen Mädchen und Jungen wird durch die Straßennamen im Neubaugebiet Burgwedel dauerhaft erinnert. Auf dem zentralen Roman-Zeller-Platz findet sich ein 2001 eingeweihtes Mahnmal, das von dem russischen Künstler Leonid Mogilevski geschaffen wurde. Wir waren an der Finanzierung beteiligt.