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Kontakt

Kunststiftung Heinrich Stegemann

Vorstand: Dr. Burchard Bösche (verantw.), Anne Moderegger, Elke Fontaine

Stiftungssitz: 22527 Hamburg, Basselweg 43

Tel. 040 5404135,
E-Mail: burchard.boesche(at)hamburg.de

 

Ausstellung

Heinrich Stegemann (1888-1945)
Bilder vom Krieg

28. Oktober - 17. Dezember 2015
Galerie im Georgshof
der Alfred Toepfer Stiftung F.V.S.
Georgsplatz 10 · D-20099 Hamburg

dienstags 14.00- 17.00 Uhr
mittwochs 14.00- 17.00 Uhr
und nach Vereinbarung




Heinrich Stegemann „Kameraden“ 1937

 

Name der Stiftung

Die Stifter Annegret Moderegger und Burchard Bösche haben der Stiftung den Namen Heinrich Stegemanns gegeben, um einen Künstler zu ehren, der in finsterer Zeit für Demokratie und Humanismus gestanden hat und dessen Werk zu einem großen Teil im Bombenhagel des Zweiten Weltkrieges vernichtet worden ist. (Stiftungssatzung)

 

Heinrich Stegemann

Heinrich Stegemann wurde am 15. September 1888 in Stellingen geboren. Er absolvierte eine Anstreicherlehre. Abends Besuch der Kunstgewerbeschule Altona. 1909-1913 Besuch der Akademie Weimar, Reisen nach Schweden (1912), Italien (1914). Im Ersten Weltkrieg an der Westfront (Infanterie Regiment Bremen). Ab 1918 freischaffend in Hamburg. 1922 Besuch bei Lionel Feininger in Weimar. Studienreisen nach Italien, Afrika (1924, 1929), Österreich, Frankreich (1928) Holland (1927, 1938), England (1930), Belgien, Dänemark, Schweiz.

Freundschaft mit dem Stellinger Orgelbauer und Schriftsteller Hans Henny Jahnn.

1934 – 1937 Repressalien durch das NS-Regieme, 1936 Schließung der von Stegemann organisierten freien Hamburger Kunstausstellung "Malerei und Plastik in Deutschland 1936". 43 seiner Arbeiten wurden in Museen als "entartet" beschlagnahmt und 3 Arbeiten in der Münchener Ausstellung "Entartete Kunst" gezeigt.

1939 Besuch bei Ernst Barlach in Güstrow. 1943 Wohnung und Atelier mit einem großen Teil seines Lebenswerks verbrennen im Bombenhagel.

Am 2. September 1945 an einem Krebsleiden in Hamburg gestorben. Sein Grab ist auf dem Stellinger Friedhof im Eingangsbereich neben dem Büro.

 

Stiftungszweck

Ausschließlicher und unmittelbarer Zweck der Stiftung ist die Förderung künstlerischen Schaffens auf dem Gebiet der bildenden und darstellenden Künste, vorrangig im öffentlichen Raum.

Der Stiftungszweck wird insbesondere verwirklicht durch

  • Förderung der Realisierung und der Erhaltung von Kunstwerken;
  • Förderung von Künstlerinnen und Künstlern, um ihnen Möglichkeiten für künstlerisches Schaffen zu eröffnen;
  • Förderung des Kunstunterrichts und der Information über Kunstwerke.
    Die verfügbaren Finanzmittel erlauben es nicht, Stipendien zu vergeben.
    Die Stiftung verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke im Sinne des Abschnitts "Steuerbegünstigte Zwecke" der Abgabenordnung.


Finanzen

Die Stiftung verfügt über ein Stiftungskapital von € 405.000.

Anerkennung der Stiftung und Gemeinnützigkeit
Die Stiftung wurde am 17. Dezember 2007 errichtet und am gleichen Tage von der Justizbehörde der Freien und Hansestadt Hamburg anerkannt. Mit Bescheinigung vom 21. April 2009 des Finanzamts Hamburg-Nord wurde anerkannt, dass die Stiftung „nach der eingereichten Satzung ausschließlich und unmittelbar steuerbegünstigten gemeinnützigen Zwecken“ dient.

 

Geförderte Projekte

18. Wandbild an der Carl-Cohn-Schule (2015)
Die Schule Carl Cohn-Straße wurde in Carl-Cohn-Schule umbenannt. Carl Cohn war ein jüdischer Kaufmann und erfolgreicher Finanzsenator der Stadt Hamburg. Er wurde von den Nazis verfolgt, außer Landes getrieben und enteignet. Hildegund Schuster hat anlässlich der Namengebung ein Wandbild für die Schule geschaffen, an dessen Finanzierung sich die Stiftung beteiligt hat.

17. Wandbild an der Verbraucherzentrale Hamburg zu den Sülzeunruhen 1919 (2015)
Im Juni 1919 kam es in Hamburg zu Unruhen, als bekannt wurde, dass der Unternehmer Heil verdorbenes Fleisch und verschimmelte Häute, man sprach auch von Hunden, Katzen und Ratten, zu Sülze verarbeitet hatte, die ohne Lebensmittelmarken gekauft werden konnte. In den Unruhen kamen 80 Personen ums Leben. Hamburg wurde militärisch besetzt und unter Kriegsrecht gestellt. Das Wandbild an der Hamburger Verbraucherzentrale wurde von Hildegund Schuster gemalt und von der Stiftung finanziert.



16. Archiv Maike Bruhns (2015)

Die Kunsthistorikerin Dr. Maike Bruhns hat eine der größten Sammlungen von Bildern zusammengetragen, die von Künstlerinnen und Künstlern stammen, die in der NS Zeit verfemt waren, sei es aus rassischen, politischen oder aus Gründen ihrer Malweise („entartete Kunst“). Dabei ist ein umfangreiches Archiv zu dieser Thematik entstanden, das Maike Bruhns nun der Universität Hamburg übergeben hat. Wir beteiligen uns finanziell an den Arbeiten zur Pflege und Sicherung des Archivs, das sich im Warburg-Haus befindet.

 

15. barockwerk hamburg, Aufführung zweier Singspiele (2015)

Georg Philipp Telemann "Don Quichotte auf der Hochzeit des Comacho" und Johann Adam Hiller "Lisuart und Dariolette - oder die Frage und die Antwort". Zwei Hamburger Singspiele am 11. und 12.03.2015, Lichthof im Altbau der Staats- und Universitätsbibliothek Carl von Ossietzky. Finanziell gefördert durch die Stiftung.

14. Wandbild am Hamburger Gewerkschaftshaus (Repsoldstraße) zum Streik bei Lauenstein (2014)

Das Wandbild erinnert an den großen, neunwöchigen Streik der Beschäftigten der in der Nachbarschaft gelegenen Lauensteinschen Waggonfabrik von 1869. Die Firma war eines der wichtigsten Metallunternehmen in Deutschland und beschäftigte 1.500 Arbeiter. Nachdem der Direktor einen streikenden Arbeiter erschossen hatte, nahm die Auseinandersetzung die Züge eines Aufstandes an, bei dem die Fabrik und ein Wirtshaus, in dem Streikbrecher vermittelt wurden, fast völlig zerstört wurden.


13. Wandbild in der kleinen Rainstraße in Ottensen für Genossenschaftspioniere (2014)

Das von Hildegund Schuster geschaffene Wandbild setzt Adolph von Elm, Helma Steinbach und Raphael Ernst May, den Genossenschaftspionieren und Gründern des Hamburger Konsum-, Bau- und Sparvereins „Produktion“ ein Denkmal. Die Stiftung hat das Bild initiiert und finanziert.


12. "Festmusik für die Stadt Altona" von Georg Philipp Telemann (2014)

Erste Wiederaufführung seit 1760 im Rahmen der Feierlichkeiten zum 350. Jubiläum der Altonaer Stadtrechte in der ev. Hauptkirche St. Trinitatis Altona. Finanzielle Förderung durch die Stiftung. Auf Initiative und Kosten der Stiftung wurde die verantwortliche Archivarin Frau Nune Shahumyan von der Nationalakademie der Wissenschaften in Jerewan (Armenien) zu der Wiederaufführung eingeladen. In diesem Archiv war die Notenhandschrift von Telemann als „Beutekunst“ eingelagert und gesichert.

11. Wandbild im Gemeindesaal der Kreuzkirche in Stellingen für die Märtyrer von Lübeck (2013)
Hildegund Schuster hat ein Bild gemalt, das an die Märtyrer von Lübeck erinnert, drei katholische Kapläne und ein evangelischer Pastor, die auf der Grundlage der Texte des Bischofs von Galen aus Münster über die Verbrechen der Nationalsozialisten berichtet hatten und dafür mit dem Tod durch das Fallbeil bestraft wurden. Die Hinrichtung erfolgte in Hamburg. Gleichzeitig wird an die Opfer des Bombenkrieges in Stellingen erinnert und an das namenlose Leid der Tiere im bombardierten Hagenbecks Tierpark. Die Stiftung hat das Projekt mit diskutiert und es finanziert.

10. Erinnerungen von Esther Bejarano (2013)
Förderung der Herausgabe der deutschen Übersetzung Oktober 2013. Esther Bejarano war Mitglied des Mädchenorchesters in Auschwitz. Mit viel Glück entkam sie der Mordmaschine und konnte auf dem Todesmarsch aus dem KZ Ravensbrück flüchten und von Amerikanern und Sowjets besetztes Gebiet erreichen. Sie beschreibt ihre Auswanderung nach Israel und die spätere Rückkehr nach Deutschland, wo sie in Hamburg lebt.
Esther Bejarano: Erinnerungen

9. Der verlorene und wiedergefundene Amor sowie verlorene und wiedergefundene Werke von J. Mattheson und G. Ph. Telemann (2013)
- Förderung der Auffürung durch Barockwerk Hamburg

J. Mattheson
Oratorio „Christi Wunder-Wercke bey den Schwachgläubigen“
Hochzeitsserenata „Der verlorene und wiedergefundene Amor“

G. Ph. Telemann
Lateinische Vokalquartette für das Altonaer Christianeum

25. und 26.03.2013, Lichthof im Altbau der Staats- und Universitätsbibliothek Carl von Ossietzky,

8. „Nachtmahre und Ruinenengel“ – Hamburger Kunst 1920 bis 1950, Förderung der Ausstellung von Bildern aus der Sammlung Maike Bruhns im Kunsthaus Hamburg (2013)
Über 1800 Werke hat Maike Bruhns in den rund 30 Jahren ihrer Forschungstätigkeit zur Kunst in Hamburg zwischen 1920 und 1950 gesammelt, darunter so prominente Namen wie Anita Rée, Alma del Banco, Eduard Bargheer, Ernst Barlach, Fritz Flinte, Karl Kluth, Rolf Nesch, Elfriede Lohse-Wächter, Gretchen Wohlwill und Heinrich Stegemann.
Aus ihrer einzigartigen Dokumentation künstlerischen Schaffens in Hamburg wurden für die Ausstellung „Nachtmahre und Ruinenengel“ qualitativ hochwertige und historisch bedeutsame Werke von 83 Künstlerinnen und Künstlern ausgewählt. Die Schau beginnt zeitlich noch vor der Zeit der Diffamierung durch die Nazis und geht auch über sie hinaus. Dadurch gelingt es ihr, nicht nur die NS-Zeit in den Blick zu nehmen, sondern die gesamte Bandbreite der Hamburger Kunst nach dem Ersten Weltkrieg vorzustellen – mitsamt den historischen Verwerfungen von Verfemung und Verfolgung, aber auch der Verarbeitung dessen nach 1945.

 

7. Heinrich Stegemann: Ein Mahner gegen den Krieg (2012)
Hamburg: Kreuzkirche Stellingen. Werke des Stellinger Malers werden in der Kreuzkirche gezeigt

Er war ein Mahner vor den Schrecken des Krieges. Er verarbeitete in seinen Werken die Erlebnisse als Soldat im Ersten Weltkrieg und wurde dadurch zum Mahner vor dem drohenden Krieg. 1936 wurde seine Ausstellung „Malerei und Plastik in Deutschland“ nach nur elf Tagen von den Nazis geschlossen. Neun Jahre später starb er im Alter von 56 Jahren an Krebs.

Ab Sonntag, 6. Mai 2012 werden einige seiner Werke in der Kreuzkirche, Wördemannsweg 41, ausgestellt. Sie zeigen die traumatischen Erinnerungen des Künstlers an Grabenkämpfe, zerstörte Landschaften, einschlagende Granaten und andere Kriegserlebnisse. Die Ausstellung wurde durch die Stiftung gefördert.

 

6. Förderung der Video-Aufnahmen von der Aufführung des Telemann-Oratorium zur Eröffnung der Dreifaltigkeitskirche in St. Georg (2012)
Zur Einweihung der barocken Heiligen Dreieinigkeitskirche am 26. Oktober 1747 schrieb und leitete der Hamburger Kantor und Musikdirektor Georg Philipp Telemann (1681-1767) das Oratorium "Heilig, heilig, heilig ist Gott". Am Sonnabend, dem 26. November 2011, wurde das Oratorium wieder aufgeführt. Es musizierten u.a. die Junge Kantorei St. Georg, der Hugo Distler-Chor und das Orchester St. Georg auf alten Instrumenten. Die Einstudierung des Oratoriums und seine Aufführung wurden auf einem Video dokumentiert

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5. 300 Jahre Brockes Passion (2012)
-Förderung der  Aufführung durch barockwerk Hamburg

Pasticcio aus den Vertonungen von G. F. Händel, R. Keiser, J. Mattheson und G. Ph. Telemann nach dem Text des Hamburger Ratsherren Barthold Hinrich Brockes

28. und 29.03.2012, Lichthof im Altbau der Staats- und Universitätsbibliothek Carl von Ossietzky.

 

4. Restaurierung Wandbild am Falkenriedbunker (2011)

Das vor gut 30 Jahren geschaffene Wandbild wies erhebliche Schäden auf. Im Zuge der Restaurierung wurde das Bild teilweise neu geschaffen. Aufgenommen wurde ein Bild des in Theresienstadt umgekommenen jüdischen Kaufmanns Max Mendel, der als Geschäftsführer bei der Konsumgenossenschaft ‚Produktion’ tätig war und als ehrenamtlicher Senator. Fertigstellung März 2011. Finanzieller Beitrag zur Restaurierung.

       

 

3. Katalog für die Bilderausstellung Kurt Löwengard (1895 - 1940). (2011)
Ein vergessener Hamburger Maler.

In der Reihe der Ausstellungen jüdischer Künstler in Blankenese veranstaltete der Verein zur Erforschung der Geschichte der Juden in Blankenese zusammen mit dem Arbeitskreis Kirche und Kunst eine Werkschau mit Bildern von Kurt Löwengard.
Am Sonntag, 23. Januar 2011 fand im voll besetzten Gemeindesaal neben der Blankeneser Kirche, die Eröffnung der Ausstellung „Kurt Löwengard „ Bilder aus Blankenese und von der Küste“ statt. Den Hauptvortrag hielt Dr. Maike Bruhns.

Die Kunststiftung Heinrich Stegemann hat den Druck des Ausstellungskataloges gefördert.

 

2. Internetseite des Kunstforums Jörk Kalkreuter (2010)
Die Galerie steht in kooperativer Verbindung mit der Kunstschule Jörk Kalkreuter. Betreiber der Galerie ist die Gemeinschaft der ausstellenden Künstler/innen. Die Galerie besteht aus 23 Künstler/innen, die in unterschiedlichen Zeitintervallen ihre Arbeiten zeigen

Programm: Kunst der Gegenwart, Malerei, Druckgrafik, Skulptur, Zeichnung, Photographie.

Die Kunststiftung Heinrich Stegemann hat sich an den Kosten der Internetseite beteiligt.

 

1. Wandbild Helmuth-Hübener-Gang/Ecke Kirchenweg, 20099 Hamburg (2010)
Das Wandbild der Malerin Hildegund Schuster, die u.a. durch ihre Bilder von Frauen aus dem Hamburger Hafen bekannt geworden ist, erinnert an Helmuth Hübener, der zusammen mit zwei Mitstreitern im Krieg Nachrichten von Radio London abgehört und mit Hilfe einer Schreibmaschine verbreitete hatte. Hübener wurde dafür vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt und 17jährig hingerichtet. Hübener war in der NS-Zeit der jüngste Delinquent, an dem die Todesstrafe vollzogen wurde. Das Bild füllt eine Giebel-Fläche der Heinrich-Wolgast-Schule aus. Fertigstellung November 2010.

Idee und Finanzierung Kunststiftung Heinrich Stegemann.

 

 

 

 

 



Projekte, die von den Stiftern vor der Gründung der Stiftung gefördert wurden


1. Wandbild zum ehemaligen jüdischen Friedhof in Ottensen (1997)
Das von Hildegund Schuster geschaffene Wandbild im Erdgeschoss der Giebelfläche des Wohnhauses Kleine Rainstraße 21 thematisiert die Auseinandersetzungen um die Reste des jüdischen Friedhofs auf dem Gelände des heutigen Mercado in Ottensen und um deren Sicherung vor den weiteren Zerstörungen durch den zunächst geplanten Bau einer Tiefgarage, die bis zur Besetzung der Baustelle eskalierten. Der Konflikt wurde durch einen Schiedsspruch des Rabbi von Jerusalem gelöst, nachdem auf den Bau der Tiefgarage verzichtet und diese durch eine Hochgarage ersetzt wurde. Das Erdgeschoss-Wandbild wurde im September 1997 fertiggestellt.

 

2. Mahnmal für die Kinder vom Bullenhuser Damm (2001)
An die von den Nazis ermordeten 20 jüdischen Mädchen und Jungen wird durch die Straßennamen im Neubaugebiet Burgwedel dauerhaft erinnert. Auf dem zentralen Roman-Zeller-Platz findet sich ein 2001 eingeweihtes Mahnmal, das von dem russischen Künstler Leonid Mogilevski geschaffen wurde. Wir waren an der Finanzierung beteiligt.